Emotionales Essen 

Emotionales Essen ist ein Thema, was viele Menschen betrifft – hier sind es nicht nur die Menschen, die mit Ihrem Gewicht zu kämpfen haben und gerne abnehmen möchten. Emotionales Essen kann auf Dauer zu Übergewicht führen, da wir mehr essen, als unser Körper eigentlich benötigt.
Fragen wie, was kann ich heute noch essen? Oder Gedanken die ständig sich ums Thema essen drehen, Essen aus Langeweile oder Frust,…. Hier gibt es unzählige Auslöser.
Essen sollte Freude machen, uns gut tun und nicht zur Last fallen. Sollte bei dir die Leichtigkeit in diesem Bereich verloren gegangen sein, dann kann der Schlüssel in der Auflösung von emotionalem Essen liegen.
Häufig sind die Gründe für emotionales Essen sehr tiefgehend und in Kombination mit gescheiterten Versuchen sein Gewicht zu reduzieren umso größer. In meinem Beratungsalltag erlebe ich immer wieder, dass Menschen nach unzähligen Versuchen, der gesündesten Ernährung und genügend Bewegung nicht abnehmen. Hier liegt sehr häufig nicht das Problem bei der Ernährung selbst, sondern bei der Dysbalance im Inneren.
Im Laufe unseres Lebens machen wir Erfahrungen, bekommen von klein auf gesagt, wie es richtig zu sein hat oder werden durch die Medienflut immer mehr in eine Spur gedrängt. Dadurch entwickeln sich sogenannte Glaubenssätze, ungünstige Gewohnheiten und Muster, die wir jahrelang einstudieren und dadurch nicht über Nacht loswerden.

Um emotionales Essen zu durchbrechen, müssen wir an zwei Punkten ansetzen, für den langfristigen Erfolg:

1. Den Gewohnheiten und dem Verhalten auf die Spur kommen 

2. Die Ursache und Gründe für das Essen finden

Veränderung ist nicht immer leicht, so wird es auch nicht beim Durchbrechen des emotionalen Essens sein, deswegen sollten wir uns auf etwas vorab einigen. Ich möchte, dass du Schritt für Schritt vorgehst und nicht direkt mit dem gesamten Programm startest. Denn je mehr Druck wir uns selbst machen, umso schlimmer wird eventuell die Symptomatik und du wirst es nicht durchhalten. Durch das emotionale Essen haben wir uns angewöhnt, wie wir mit Essen dem Druck entgegen wirken können, daher sollten wir uns keinen weiteren Druck machen und uns selbst in die Spirale des emotionalen Essens katapultieren. Ich biete dir eine Schritt für Schritt Anleitung und gemeinsam schaffen wir es.

Die 6 Schritte raus aus der Spirale des emotionalen Essens – Lass uns starten!

Schritt 1: Beobachte dein Essverhalten

Die einfachste Methode hierfür, ist das Führen eines Ernährungstagebuches. Ein echtes, indem du aufschreibst, was du gegessen hast, an welchem Ort um wie viel Uhr und wie deine Gefühle und deine aktuelle Situation ist, z.B. du fühlst dich heute müde und schlapp oder hast dich über deinen Partner geärgert, Stress auf der Arbeit,…. Eine Vorlage kannst du dir hier runterladen.

Schritt 2: Übe dich im achtsamen Sein

Kleine Veränderungen und die Schulung des Bewusstseins, sind der nächste Schritt. Das Ernährungstagebuch führst du weiter, du schreibst jetzt nicht einfach nur noch auf, sondern schulst deine Achtsamkeit dir und deinem Körper gegenüber. Wie das aussieht? Keine Ablenkung mehr beim Essen, weder Handy, Computer oder Fernseher. Nicht während dem Auto fahren oder während du zum nächsten Termin hetzt.
Versuche immer an einem gedeckten Tisch zu essen, oder zumindest in einem ruhigen Moment, im Sitzen. Ziel ist es, dass du bewusst spüren kannst und anwesend bist, während du die Nahrung zu dir nimmst.
Nahrungsaufnahme soll und darf nicht nebenbei passieren. Erstrecht nicht als emotionaler Esser. Emotionale Esser benötigen einen achtsamen Umgang und eine bewusste Mahlzeit. Essen wir nebenbei, nehmen wir überhaupt nicht wahr, was und wie viel wir essen und das gegessene befriedigt uns oftmals überhaupt nicht. Außerdem sollten wir es uns wert sein, ausreichend Zeit fürs Essen zu nehmen, denn schließlich soll unser Körper uns gute Dienste leisten.

Fragen die dich unterstützen können:

• Was esse ich gerne?
• Warum esse ich es gerne?
• Was esse ich aus Pflichtgründen?
• Welche Gefühle löst das bei mir aus?
Mit diesen Fragen, hilfst du dir, ein bisschen näher an die Gründe für deine Gewohnheiten und dein Essverhalten zu kommen und erhältst so du Kontrolle über dein emotionales Essen.

Schritt 3: Finde die Auslöser für dein emotionales Essen

Neben dem Beobachten des Essverhaltens und der Schulung des Bewusstseins, geht es in der Beobachtung weiter die Auslöser für dein emotionales Essen zu finden.
Beobachte dich ganz Bewusst mithilfe deines Ernährungstagebuches und finde deine Auslöser.
Dies können z.B. sein:
• Wut, Stress, Unsicherheit, Langeweile, Selbsthass, Schlafmangel, Einsamkeit, mangelnde Selbstliebe, nicht Nein sagen können,…..
Wenn du dir deine Auslöser bewusst gemacht hast, dann analysiere Sie:
• Woher kommt diese Verhalten?
• Welche Vorteile habe ich davon?
• Welche Nachteile habe ich davon?
• Welche Möglichkeit gäbe es in dieser Situation noch, die mir gut tun würde?

Schritt 4: Unterbreche emotionales Essen

In den letzten drei Schritten hast du dein Bewusstsein auf das emotionale Essen sensibilisiert und die Auslöser erkannt. Mit der Analyse, hast du neue Ansätze um dein emotionales Essen zu stoppen.
Sobald du merkst, dass du in die Spirale des emotionalen Essens gelangst, ist es sinnvoll, aus der Situation raus zu gehen, indem man z.B. einfach den Raum wechselt und nicht in der Küche bleibt. Das bedarf ein wenig Übung, da du damit eine neue Gewohnheit anfängst zu kreieren.
Das Essen für einen Moment aus dem Sichtfeld zu nehmen, kann dir dabei helfen um den Gedanken an Essen zu verlieren. Und sollte es dir schwer fallen, können dir ein Zettel und ein Stift helfen, indem du folgende Fragen beantwortest und aufschreibst:
• Warum möchte ich gerade essen?
• Was passiert in dem Augenblick, wenn ich das jetzt esse?
• Was passiert, wenn ich das nicht esse?
• Bringt das mich näher an mein Ziel, wenn ich das esse?
• Was würde mich gerade näher an mein Ziel bringen?
Ziel ist es, den Gedanken an das Essen einmal zu verstehen und zu überlegen, ob es nicht eine bessere Wahl geben würde, die keine Kalorien hat.

 

Schritt 5: Ersetze emotionales Essen durch neue Gewohnheiten

Mit dem Ernährungstagebuch und den Fragen aus den vorherigen Schritten, weißt du nun, wann und was du isst und warum. Vielleicht weißt du auch schon, was der optimalere Weg zu deinem Ziel ist, als zu essen. Dennoch ist es immer noch sinnvoll, dass du dir bewusst machst, wann esse ich, wo esse ich und warum esse ich.
Je nach Auslöser, können unterschiedliche neue Gewohnheiten dich unterstützen. Bist du ein Stressesser, kannst du dir überlegen die Einstellung zum Thema Stress zu verändern. Oder du überlegst dir, was würde mir in stressigen Situationen gut tun und sammelst deine Ideen. Möglichkeiten könnten sein Sport zu treiben, eine Entspannungstechnik zu erlernen, oder bewusst und tief zu atmen. Die Alternative sollte nicht mit Essen zu tun haben.
In Schritt 3 hast du dir deine Auslöser notiert, die dein Essverhalten auslösen. Nimm diese Liste zur Hand und überlege dir neue Gewohnheiten für jeden Auslöser. So bist du für die Situation gewappnet um den emotionalen Essen keine Chance zu geben, sondern die neue Gewohnheit bewusst umsetzt.
Bitte denke daran, eine neue Gewohnheit benötigt 30 Tage, bis sie geformt ist und nochmals bis zu 30 Tagen bis wir sie verinnerlicht haben. 

Schritt 6: Glaubenssätze die dich unterstützen

Glaubenssätze sind Sätze, die wir uns selbst beigebracht oder von anderen mitgegeben bekommen haben. Diese Sätze stecken in unserem innersten und benötigen oftmals keine bewusste Handlung, sie sind wie ein Autopilot. Diese alten Glaubenssätze hast du durch die Beobachtung in den letzten Tagen bereits herausgefunden und dir bewusst gemacht.
Jetzt geht es darum, neue Glaubenssätze zu kreieren, die dich dabei unterstützen, deine neuen Gewohnheiten beizubehalten. Denn unser Verhalten hängt mit unseren Glaubenssätzen zusammen, ändern wir diese, können wir dem emotionalen Essen mehr und mehr den Rücken zudrehen und wieder eigener Chef der Ernährung und dem Essverhalten werden.
Wie sollten solche Glaubenssätze aussehen?
• Sie sind positiv formuliert.
• Sie sind prägnant und auf den Punkt gebracht.
• Sie appellieren dein Unterbewusstsein, dass du das Ziel wirklich erreichen willst.
Beispiel: Ich liebe meinen Körper und begegne ihm stets mit Achtsamkeit und vollem Bewusstsein. Ich esse wenn ich wirklich Hunger habe und liebe meinen Körper.

Schreibe sie auf und trainiere sie täglich. 

Was sind deine größten Trigger für emotionales Essen?
Gerne unterstütze ich mit meinen Einzelberatungen, Kursen, Workshops und Seminaren.